GEOTECHNIK
Sindelfingen, Germany
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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Sindelfingen – belastbare Kennwerte für Baugrund und Versickerung

Ein häufiger Fehler bei Bauvorhaben im Großraum Sindelfingen ist die Annahme, Laborversuche an kleinen Bodenproben würden die Durchlässigkeit des gesamten Untergrunds zutreffend abbilden. Gerade in den heterogenen Ablagerungen des Gäus, wo Sandlinsen und tonig-schluffige Partien auf kurze Distanz wechseln, liefert nur ein Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) repräsentative kf-Werte. Wird die Wasserwegigkeit falsch eingeschätzt, drohen kostspielige Nachbesserungen: Versickerungsanlagen, die nicht abnehmen, oder Baugruben, die wider Erwarten volllaufen. In Sindelfingen begleiten wir Projekte vom Einfamilienhaus in der Gartenstadt bis zur Gewerbehalle im Westen und kombinieren den Feldversuch bei Bedarf mit einer Korngrößenanalyse zur Validierung der Ergebnisse. Die In-situ-Messung erfasst das natürlich gelagerte Korngefüge mitsamt Klüften und Makroporen – ein entscheidender Vorteil, den kein Transport zum Labor wiedergeben kann.

Ein einzelner Feldversuch in situ ersetzt oft Dutzende Laborproben – weil er das Gefüge im natürlichen Verbund misst.

Methodik und Umfang

Sindelfingens bauliche Entwicklung schuf im 20. Jahrhundert eine enge Verzahnung von Altlastverdachtsflächen, aufgeschütteten Bereichen ehemaliger Kiesgruben und gewachsenem Gäu-Untergrund. Die Stadt am Rand des Oberen Gäus, mit rund 65.000 Einwohnern auf einer Fläche von knapp 51 Quadratkilometern, weist eine für die Region typische Wechsellagerung aus Lösslehm, Lettenkeuper und vereinzelten Muschelkalkbänken auf. Diese geologische Vielfalt macht den Felddurchlässigkeitsversuch unverzichtbar: Während ein Lefranc-Versuch in der ungesättigten Zone oberhalb des Grundwassers den kf-Wert für Versickerungsbemessungen liefert, kommt der Lugeon-Test im Fels zum Einsatz, wenn die Verwitterungszone des Muschelkalks aufgeschlossen werden muss. Die DIN EN ISO 22475-1 definiert dabei den technischen Rahmen, und unser Labor ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 für die Probenahme und Vor-Ort-Messung akkreditiert. Ergänzend ziehen wir bei komplexen Schichtfolgen eine CPT-Sondierung heran, um die Schichtgrenzen zentimetergenau aufzulösen, bevor die Testintervalle festgelegt werden.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Sindelfingen – belastbare Kennwerte für Baugrund und Versickerung

Lokale Besonderheiten

Im Baugebiet Goldberg, nahe der Autobahn A 81, sollte eine Regenwasserversickerung über Mulden-Rigolen-Elemente erfolgen. Die Vorerkundung mit Baggerschürfen deutete auf ausreichend sandigen Kies hin, doch zwei Lefranc-Versuche in 3,5 und 5 Metern Tiefe offenbarten kf-Werte im Bereich von lediglich 1×10⁻⁶ m/s – weit unter den geforderten 5×10⁻⁵ m/s der DWA-A 138. Hätte man sich allein auf die Schürfe verlassen, wäre die Anlage im ersten Dauerregen übergelaufen. Stattdessen wurde das Entwässerungskonzept um eine gedrosselte Ableitung in den nahen Sommerhofengraben ergänzt, was die Genehmigung ohne zeitliche Verzögerung sicherte. Der Fall zeigt, dass die sichtbare Kornverteilung allein trügt und nur der Felddurchlässigkeitsversuch die Sicherheit bietet, die das Wasserhaushaltsgesetz und die kommunale Entwässerungssatzung der Stadt Sindelfingen verlangen.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren und Grundwassermessungen, DWA-A 138: Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, DIN EN ISO/IEC 17025: Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien

Zugehörige Fachleistungen

01

Lefranc-Versuch im Lockergestein

Ermittlung des kf-Werts in Bohrlöchern mit variabler oder konstanter Druckhöhe. Anwendung: Versickerungsgutachten nach DWA-A 138, Bemessung von Rigolen und Mulden, Baugrubenwasserhaltung in den quartären Kiesen und Lösslehmen Sindelfingens.

02

Lugeon-Test im klüftigen Fels

Wasserabpressversuch in verrohrten Bohrabschnitten zur Bestimmung der Gebirgsdurchlässigkeit. Standardmethode, wenn Bauwerke im Oberen Muschelkalk gegründet oder Tunnelstrecken im Lettenkeuper aufgefahren werden.

03

Kombinierte In-situ- und Labordiagnostik

Gegenüberstellung der Felddurchlässigkeit mit Sieblinie und Schlämmanalyse nach DIN EN ISO 17892-4. Besonders wertvoll, wenn Diskrepanzen zwischen Kornverteilung und gemessenem kf-Wert auf Makroporen oder Feinschichtung hindeuten.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfverfahrenLefranc (Lockergestein) / Lugeon (Fels)
Normative GrundlageDIN EN ISO 22475-1, DIN 18300
Ermittelte GrößeDurchlässigkeitsbeiwert kf (m/s)
Typische Testtiefe in Sindelfingen2–8 m (Lefranc), 5–15 m (Lugeon)
Bohrdurchmesser100–146 mm (Lefranc), HQ/NQ (Lugeon)
Akkreditierung LaborDIN EN ISO/IEC 17025

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Sindelfingen ungefähr?

Für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch inklusive Bohrung, Vor-Ort-Messung und Auswertung liegt der Bruttopreis je nach Tiefe und Aufwand üblicherweise zwischen €550 und €870 pro Testintervall. Genaue Angebote erstellen wir nach Durchsicht der Baugrundvorinformationen.

Wann brauche ich einen Lefranc-Versuch und wann einen Lugeon-Test?

Den Lefranc-Versuch setzen wir in Lockergesteinen wie Sand, Kies oder Schluff ein – typisch für die quartären Deckschichten in Sindelfingen. Sobald die Bohrung kompakten Muschelkalk oder stark verwitterten Lettenkeuper antrifft, wechseln wir auf den Lugeon-Test, der mit höheren Drücken die Klüftigkeit und Durchlässigkeit des Felses zuverlässig charakterisiert.

Reicht nicht ein Laborversuch zur Bestimmung der Durchlässigkeit?

Nein, denn gestörte Proben oder Sonderkörper im Labor bilden die natürliche Lagerung, Makroporen, Wurzelkanäle und Klüfte nicht ab. Der Felddurchlässigkeitsversuch misst den kf-Wert am ungestörten Gebirge im Maßstab der späteren Baumaßnahme und ist daher für Versickerungsgutachten und Baugrubenbemessungen in Sindelfingen unverzichtbar.

Welche Bohrtechnik kommt für die Feldversuche zum Einsatz?

Wir setzen in der Regel auf Rammkernbohrungen oder Schneckenbohrungen mit verrohrter Messstrecke, um die Testintervalle sauber abzudichten. Bei Lugeon-Versuchen im Fels kommen Doppelkernrohre zum Einsatz, die ein Ausspülen der Kluftfüllungen verhindern und reproduzierbare Ergebnisse liefern.

Wie lange dauert es, bis die Ergebnisse vorliegen?

Die reine Feldmessung pro Intervall beansprucht etwa 45 bis 90 Minuten. Den vollständigen Prüfbericht mit kf-Wert, Versuchsprotokoll und Auswertediagramm erhalten Sie in der Regel innerhalb von drei Werktagen nach Abschluss der Geländearbeiten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Sindelfingen und seinem Großraum.

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