Ein häufiger Fehler bei Bauvorhaben im Großraum Sindelfingen ist die Annahme, Laborversuche an kleinen Bodenproben würden die Durchlässigkeit des gesamten Untergrunds zutreffend abbilden. Gerade in den heterogenen Ablagerungen des Gäus, wo Sandlinsen und tonig-schluffige Partien auf kurze Distanz wechseln, liefert nur ein Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) repräsentative kf-Werte. Wird die Wasserwegigkeit falsch eingeschätzt, drohen kostspielige Nachbesserungen: Versickerungsanlagen, die nicht abnehmen, oder Baugruben, die wider Erwarten volllaufen. In Sindelfingen begleiten wir Projekte vom Einfamilienhaus in der Gartenstadt bis zur Gewerbehalle im Westen und kombinieren den Feldversuch bei Bedarf mit einer Korngrößenanalyse zur Validierung der Ergebnisse. Die In-situ-Messung erfasst das natürlich gelagerte Korngefüge mitsamt Klüften und Makroporen – ein entscheidender Vorteil, den kein Transport zum Labor wiedergeben kann.
Ein einzelner Feldversuch in situ ersetzt oft Dutzende Laborproben – weil er das Gefüge im natürlichen Verbund misst.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Im Baugebiet Goldberg, nahe der Autobahn A 81, sollte eine Regenwasserversickerung über Mulden-Rigolen-Elemente erfolgen. Die Vorerkundung mit Baggerschürfen deutete auf ausreichend sandigen Kies hin, doch zwei Lefranc-Versuche in 3,5 und 5 Metern Tiefe offenbarten kf-Werte im Bereich von lediglich 1×10⁻⁶ m/s – weit unter den geforderten 5×10⁻⁵ m/s der DWA-A 138. Hätte man sich allein auf die Schürfe verlassen, wäre die Anlage im ersten Dauerregen übergelaufen. Stattdessen wurde das Entwässerungskonzept um eine gedrosselte Ableitung in den nahen Sommerhofengraben ergänzt, was die Genehmigung ohne zeitliche Verzögerung sicherte. Der Fall zeigt, dass die sichtbare Kornverteilung allein trügt und nur der Felddurchlässigkeitsversuch die Sicherheit bietet, die das Wasserhaushaltsgesetz und die kommunale Entwässerungssatzung der Stadt Sindelfingen verlangen.
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Geltende Normen
DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren und Grundwassermessungen, DWA-A 138: Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, DIN EN ISO/IEC 17025: Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien
Zugehörige Fachleistungen
Lefranc-Versuch im Lockergestein
Ermittlung des kf-Werts in Bohrlöchern mit variabler oder konstanter Druckhöhe. Anwendung: Versickerungsgutachten nach DWA-A 138, Bemessung von Rigolen und Mulden, Baugrubenwasserhaltung in den quartären Kiesen und Lösslehmen Sindelfingens.
Lugeon-Test im klüftigen Fels
Wasserabpressversuch in verrohrten Bohrabschnitten zur Bestimmung der Gebirgsdurchlässigkeit. Standardmethode, wenn Bauwerke im Oberen Muschelkalk gegründet oder Tunnelstrecken im Lettenkeuper aufgefahren werden.
Kombinierte In-situ- und Labordiagnostik
Gegenüberstellung der Felddurchlässigkeit mit Sieblinie und Schlämmanalyse nach DIN EN ISO 17892-4. Besonders wertvoll, wenn Diskrepanzen zwischen Kornverteilung und gemessenem kf-Wert auf Makroporen oder Feinschichtung hindeuten.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Wie viel kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Sindelfingen ungefähr?
Für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch inklusive Bohrung, Vor-Ort-Messung und Auswertung liegt der Bruttopreis je nach Tiefe und Aufwand üblicherweise zwischen €550 und €870 pro Testintervall. Genaue Angebote erstellen wir nach Durchsicht der Baugrundvorinformationen.
Wann brauche ich einen Lefranc-Versuch und wann einen Lugeon-Test?
Den Lefranc-Versuch setzen wir in Lockergesteinen wie Sand, Kies oder Schluff ein – typisch für die quartären Deckschichten in Sindelfingen. Sobald die Bohrung kompakten Muschelkalk oder stark verwitterten Lettenkeuper antrifft, wechseln wir auf den Lugeon-Test, der mit höheren Drücken die Klüftigkeit und Durchlässigkeit des Felses zuverlässig charakterisiert.
Reicht nicht ein Laborversuch zur Bestimmung der Durchlässigkeit?
Nein, denn gestörte Proben oder Sonderkörper im Labor bilden die natürliche Lagerung, Makroporen, Wurzelkanäle und Klüfte nicht ab. Der Felddurchlässigkeitsversuch misst den kf-Wert am ungestörten Gebirge im Maßstab der späteren Baumaßnahme und ist daher für Versickerungsgutachten und Baugrubenbemessungen in Sindelfingen unverzichtbar.
Welche Bohrtechnik kommt für die Feldversuche zum Einsatz?
Wir setzen in der Regel auf Rammkernbohrungen oder Schneckenbohrungen mit verrohrter Messstrecke, um die Testintervalle sauber abzudichten. Bei Lugeon-Versuchen im Fels kommen Doppelkernrohre zum Einsatz, die ein Ausspülen der Kluftfüllungen verhindern und reproduzierbare Ergebnisse liefern.
Wie lange dauert es, bis die Ergebnisse vorliegen?
Die reine Feldmessung pro Intervall beansprucht etwa 45 bis 90 Minuten. Den vollständigen Prüfbericht mit kf-Wert, Versuchsprotokoll und Auswertediagramm erhalten Sie in der Regel innerhalb von drei Werktagen nach Abschluss der Geländearbeiten.
