Sindelfingen liegt auf rund 450 m Höhe am Rand des oberen Gäus, wo der Übergang vom Muschelkalk zu den Keupermergeln und quartären Lösslehmdecken die Baugrundverhältnisse prägt. Bei innerstädtischen Tiefbauvorhaben – etwa entlang der Mercedes-Benz-Werkserweiterungen oder im Bereich des Bahnhofsviertels – stößt man schnell auf stark wechselnde Schichtgrenzen. Eine pauschale Annahme der Baugrubengeometrie reicht hier nicht aus. Unser Team erarbeitet die geotechnische Bemessung tiefer Baugruben standortbezogen, mit Kennwerten aus eigenen Feld- und Laborversuchen.
Gerade im Sindelfinger Kernstadtbereich mit dichter Nachbarbebauung muss der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit nach EC7-1 (EN 1997-1:2004) lückenlos geführt werden. Wir verknüpfen dabei die Ergebnisse aus der Korngrößenanalyse mit dem Verformungsverhalten des anstehenden Lösslehms, um Setzungsprognosen zuverlässig zu hinterlegen. Auch bei Baugruben neben sensiblen Produktionshallen arbeiten wir mit wirklichkeitsnahen Finite-Elemente-Modellen – nicht mit Tabellenwerten allein.
Eine standsichere Baugrube in Sindelfingen bemisst man nicht aus dem Katalog – sie muss den Keuper-Tonstein verstehen.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die DIN 1054:2010-12 in Verbindung mit EC7-1 verlangt für Baugruben der Geotechnischen Kategorie 3 – wie sie im Sindelfinger Stadtgebiet bei Tiefgaragen unter Bestandsbauten oder bei Baugruben mit freier Böschung über 5 m üblich sind – einen rechnerischen Nachweis aller drei Grenzzustände. Das größte Risiko in Sindelfingen ist nicht der globale Geländebruch, sondern die Kombination aus kleinräumig wechselnden Steifigkeiten im Keuper und unplanmäßigem Schichtwasserzutritt. Ein unterschätzter Porenwasserdruck führt schnell zu unzulässigen Verformungen an angrenzenden Gebäuden. Deshalb begleiten wir die geotechnische Bemessung tiefer Baugruben mit einem verformungsorientierten Monitoring-Konzept, das Inklinometer- und geodätische Messungen ab der ersten Aushubphase vorschreibt. Die Nachweise gegen Aufbruch der Baugrubensohle und gegen Materialausbruch hinter der Verbauwand werden für jeden Bauzustand separat geführt.
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Geltende Normen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Geotechnische Bemessung), DIN 1054:2010-12 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), DIN 4123:2013-04 (Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen)
Zugehörige Fachleistungen
Baugrubenbemessung & Standsicherheit
Aufstellung des geotechnischen Entwurfsberichts nach EC7 mit Lastannahmen, Verbauauslegung, Nachweis der äußeren und inneren Standsicherheit sowie der Gebrauchstauglichkeit für alle Bauzustände.
Verformungsprognose & Monitoring-Plan
Numerische 2D/3D-Simulation des Spannungs-Verformungs-Verhaltens für die Bau- und Nachbarbebauung. Erstellung eines Messprogramms mit Schwellenwerten nach DIN 4123.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet die geotechnische Bemessung einer tiefen Baugrube in Sindelfingen?
Die Kosten richten sich nach Baugrubentiefe, Verbausystem und erforderlichem Untersuchungsumfang. Für eine typische innerstädtische Baugrube in Sindelfingen mit 6–10 m Tiefe liegt der Aufwand für die Bemessung inklusive Standsicherheitsnachweise zwischen €1.890 und €6.520.
Welcher Verbau eignet sich für den Keuper-Tonstein in Sindelfingen?
Im steifen bis halbfesten Keuper-Tonstein bewähren sich rückverankerte Trägerbohlwände mit Holzausfachung oder Spritzbetonschale. Bei Wasserzutritt aus klüftigen Zonen oder bei beengten Platzverhältnissen setzen wir auf überschnittene Bohrpfahlwände, die sich in Sindelfingen bei vielen Projekten neben Bestandsbauten bewährt haben.
Muss bei der Bemessung das Mercedes-Benz Werk berücksichtigt werden?
Ja, wenn die Baugrube im Einflussbereich des Werksgeländes liegt, sind erschütterungsarme Verfahren und ein strengeres Verformungskriterium vorzusehen. Wir stimmen das Monitoring-Konzept eng mit den Werksverantwortlichen ab und setzen Grenzwerte, die den Produktionsbetrieb nicht gefährden.
