Sindelfingen wächst. Mit über 64.000 Einwohnern und dem stetigen Ausbau des Mercedes-Benz Werks steigt der Druck auf den Baugrund. Wer hier ein Gründungsgutachten braucht, kommt am Triaxialversuch nicht vorbei. Der Untergrund ist heterogen: Im Norden liegen Lias-Tone, im Süden Neckarkies, dazwischen oft meterhohe Auffüllungen. Eine einfache Rammsondierung reicht da nicht. Der Triaxialversuch liefert die innere Reibung und Kohäsion, die der Statiker für die Bemessung von Fundamenten und Stützbauwerken benötigt. In Sindelfingen prüfen wir die Proben im akkreditierten Labor nach DIN 18137-2 und ASTM D4767. Die Ergebnisse fließen direkt in die Standsicherheitsnachweise ein.
Ein Grad mehr Reibungswinkel kann in Sindelfingen über die Zulässigkeit einer steilen Baugrubenböschung entscheiden.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Eine dreiachsige Druckzelle steht im Labor. Die zylindrische Bodenprobe wird mit einer Gummimembran umhüllt, in die Zelle eingesetzt und einem allseitigen Druck ausgesetzt – dem sogenannten Seitendruck. Dann fährt der Stempel. Langsam, kontrolliert, bis die Probe bricht. In Sindelfingen ist dieser Versuch unverzichtbar, wenn die Baugrube im steifen Lias-Ton bis ans Grundwasser reicht. Ein falsch angesetzter Scherparameter führt zu überdimensionierten Verbauten oder, schlimmer, zu einer Unterschätzung des Erddrucks auf Stützmauern. Beides kostet. Der Triaxialversuch bildet den Spannungszustand im Untergrund wirklichkeitsnah ab – anders als der einfache Rahmenscherversuch. Die gewonnenen Werte sichern die wirtschaftliche und sichere Auslegung der Baumaßnahme ab.
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Geltende Normen
DIN 18137-2:2011-04 (Triaxialversuch), ASTM D4767-11 (CU-Test mit Porenwasserdruck), DIN EN ISO 17892-9:2018 (Laborversuche an Bodenproben), Eurocode 7 (EN 1997-2:2007)
Zugehörige Fachleistungen
CU-Triaxialversuch mit Porenwasserdruckmessung
Konsolidierter, undränierter Versuch zur Ermittlung der effektiven Scherparameter c' und φ'. Standard für bindige Sindelfinger Böden.
CD-Triaxialversuch (dräniert)
Langsame Scherung mit offener Drainage. Anwendung bei durchlässigen Neckarkiesen zur Bestimmung der Langzeitstandsicherheit.
Beratung zur Versuchsplanung
Festlegung der Seitendrücke und Versuchsanzahl abgestimmt auf die geplante Aushubtiefe und den Schichtenaufbau in Sindelfingen.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Warum reicht in Sindelfingen kein einfacher Scherversuch?
Der Untergrund in Sindelfingen wechselt stark zwischen Lias-Ton und Neckarkies. Der Triaxialversuch simuliert den räumlichen Spannungszustand im Boden. Ein Rahmenscherversuch erzwingt eine horizontale Bruchfuge und liefert bei Tonen oft zu hohe Werte. Für tiefe Baugruben oder hohe Auffüllungen ist der Triaxialversuch deshalb Stand der Technik.
Welche Probenmenge wird für einen Triaxialversuch benötigt?
Für einen Versuch mit drei Einzelproben (je eine pro Seitendruckstufe) brauchen wir etwa 15 bis 20 kg ungestörtes Probenmaterial. Die Entnahme erfolgt aus Sondierungen oder Schürfgruben mit Spezialstechern. Der Transport ins Labor muss erschütterungsfrei erfolgen, um das Gefüge nicht zu stören.
Mit welchen Kosten muss ich für einen Triaxialversuch rechnen?
Die Kosten für einen Triaxialversuch liegen in Abhängigkeit vom Versuchstyp (UU, CU oder CD) und Probenumfang typischerweise zwischen €1.470 und €2.640. Ein CU-Versuch mit Porenwasserdruckmessung ist aufwändiger und liegt am oberen Ende. Wir erstellen vorab ein Angebot mit genauer Spezifikation.
Wie lange dauert ein CU-Triaxialversuch?
Ein konsolidierter, undränierter Versuch (CU) mit Porenwasserdruckmessung dauert inklusive Konsolidierungsphase je nach Ton etwa 7 bis 14 Tage. Die Konsolidierung ist der zeitbestimmende Schritt. Wir planen diesen Vorlauf mit ein, damit der Baugrundgutachter seine Termine einhalten kann.
Gilt der Triaxialversuch auch für die Bemessung gegen Erdbeben?
Sindelfingen liegt in der Erdbebenzone 2 nach DIN EN 1998-1/NA. Für dynamische Nachweise reicht der statische Triaxialversuch allein nicht aus. Wir empfehlen dann zyklische Triaxialversuche oder ergänzende Felduntersuchungen wie SPT zur Abschätzung der Verflüssigungsgefahr.
