Ein weit verbreiteter Fehler lokaler Bauunternehmen in Sindelfingen ist, die Verdichtung auf dem Lösslehmplateau allein nach Gefühl oder mit flüchtigen Stichproben zu beurteilen. Das geht selten gut. Die oberflächennahen Schichten aus Löss und Lösslehm im Bereich der Goldbergstraße sind extrem empfindlich – sie scheinen beim Abrütteln fest, setzen sich aber nach dem ersten Starkregen ungleichmäßig. Um das zu vermeiden, führen wir die Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren nach ASTM D1556-15a durch. Das ist kein Schnelltest. Es ist der direkte, zerstörungsfreie Vergleich des in-situ-Trockenraumgewichts mit dem im Labor ermittelten Proctorwert. Gerade bei der Vorbereitung von Starrer Belag auf flach gegründeten Bodenplatten im Gewerbegebiet Allmendäcker zeigt sich, dass die Sandkegelmethode unschlagbar zuverlässig ist, weil sie auch bei grobkörnigen, leicht auswaschbaren Böden exakte Werte liefert.
Ein Dpr von 98 % im Sandkegelversuch bedeutet nicht automatisch standsicher – erst der Abgleich mit dem Steifemodul aus dem Plattendruckversuch gibt das vollständige Bild.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die ZTV E-StB 17 fordert für den Straßenoberbau Verdichtungsgrade, die ohne zerstörende Prüfung nicht nachweisbar sind. In Sindelfingen kommt erschwerend hinzu, dass die quartären Lösslehmdecken auf den Keuperhöhen stark wechselfeucht sind. Wird hier ein Leitungsgraben im Klösterleareal nur unzureichend verdichtet, entstehen binnen Monaten Setzungsmulden im Asphalt. Das Risiko ist nicht nur optischer Natur. Bei Starkregen dringt Wasser in die Hohlräume ein und weicht den anstehenden Tonstein-Schluffstein-Komplex auf. Die Folge sind teure Gewährleistungsschäden. Das Sandkegelverfahren ist deshalb für uns das Mittel der Wahl, weil es im Gegensatz zu isotopensondenbasierten Verfahren keine Strahlenschutzauflagen erfordert und direkt auf der Baustelle einsetzbar ist. Die Prüfung erfolgt in der eingebauten Schicht, nicht am Haufwerk.
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Erklärvideo
Geltende Normen
ASTM D1556-15a, DIN 18125-2, ZTV E-StB 17, DIN 18127 (Proctorversuch)
Zugehörige Fachleistungen
Prüfpaket Erdbau
Proctorversuch nach DIN 18127 plus Felddichtebestimmung mit Sandkegel auf dem Planum. Inklusive Protokoll mit Dpr-Wert und Fotodokumentation der Prüfstelle.
Verdichtungskontrolle Leitungsgraben
Lagenweise Prüfung der Leitungszone und Hauptverfüllung nach GW 302 und ZTV E-StB. Besonders relevant bei der engen Bebauung in Sindelfingen-Mitte.
Qualitätssicherung Straßenbau
Kombinierte Prüfung mit Sandkegel und statischem Plattendruckversuch für den Nachweis von Ev2 und Verdichtungsgrad auf dem frostsicheren Oberbau.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren vor Ort?
Eine Einzelmessung dauert inklusive Vorbereitung des Prüflochs und Wägung etwa 30 Minuten. Bei mehreren Messpunkten auf derselben Fläche, zum Beispiel auf einem Planum in Sindelfingen, können wir zwei bis drei Punkte pro Stunde prüfen. Das Ergebnis des Verdichtungsgrads Dpr liegt sofort nach der Wägung auf der Baustelle vor.
Welche Normen wenden Sie bei der Sandkegelmethode an?
Wir arbeiten nach ASTM D1556-15a in Verbindung mit der DIN 18125-2 für die Sandkalibrierung. Den Bezugswert für die Proctordichte ermitteln wir nach DIN 18127. Für die Bewertung im Straßenbau gilt die ZTV E-StB 17, für Leitungsgräben zusätzlich das Merkblatt GW 302.
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Sindelfingen?
Der Preis für eine Einzelmessung nach ASTM D1556 liegt zwischen 90 € und 120 €. Bei mehreren Messpunkten auf demselben Baufeld oder in Kombination mit einem Proctorversuch erstellen wir ein Pauschalangebot. Im Preis enthalten sind die Sandkalibrierung, das Prüfprotokoll und die Anfahrt im Raum Sindelfingen.
Kann der Sandkegelversuch auch bei grobkiesigen Böden eingesetzt werden?
Die ASTM D1556 begrenzt das Größtkorn auf etwa 50 mm. Bei gröberen Schottertragschichten, die in Sindelfingen im Tiefbau vorkommen, muss das Prüflochvolumen vergrößert und der Sand entsprechend kalibriert werden. Ist das Größtkorn zu dominant, weichen wir auf den Ersatzverfahrens-Vorschlag der ZTV E-StB aus und kombinieren mit einem Plattendruckversuch.
Reicht der Sandkegelversuch als alleiniger Verdichtungsnachweis?
Nein, der Sandkegel liefert den Verdichtungsgrad Dpr, also das Verhältnis von Trockenraumgewicht zu Proctordichte. Für die Tragfähigkeit ist zusätzlich der Verformungsmodul Ev2 aus dem statischen Plattendruckversuch nach DIN 18134 erforderlich. Beide Werte zusammen ergeben das vollständige Bild der Standsicherheit des Planums.
