Zwischen der Daimler-Fläche im Sindelfinger Norden und den Wohngebieten am Goldberg liegen geotechnisch Welten. Oben die Auenlehme der Schwippe, oft weich und setzungsempfindlich, und am Hang der ausgelaugte Gipskeuper, der zu Subrosion neigt. Wer hier ein Bauvorhaben plant, braucht Aufschlüsse, die beide Extreme abbilden. Die Schürfgrube liefert genau das: einen unverfälschten Blick in den Untergrund. Keine gestörte Probe aus dem Gestänge, sondern ein Profil, das der Baugrubensohle entspricht. In Sindelfingen setzen wir die Schürfgrube gezielt ein, um Schichtgrenzen zu kartieren, bevor der Bagger kommt. Nur so lassen sich Überraschungen beim Aushub in diesem heterogenen Terrain sicher ausschließen.
Eine Schürfgrube ist kein Standardloch, sondern ein Fenster in die Sindelfinger Geologie – jede Grubenwand erzählt eine andere Geschichte.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die Schürfgrube selbst ist simples Gerät: Spaten, Schaufel, eventuell ein leichter Bohrhammer für verhärtete Keuperbänke. Das Risiko steckt nicht im Werkzeug, sondern im Material. Ausgelaugter Gipskeuper in Sindelfingen kann Hohlräume enthalten, die unter Last plötzlich einbrechen. Deshalb sichern wir Gruben ab 1,5 m Tiefe mit einem Verbau nach DIN 4124. Vor dem Einsteigen messen wir die Atmosphäre, denn in abgedichteten Tonlagen kann sich Kohlendioxid sammeln. Jeder Aufschluss wird sofort nach der Dokumentation wieder lagenweise verfüllt und mit einem leichten Stampfer verdichtet. Ein offen stehendes Loch über Nacht ist in Sindelfinger Wohngebieten aus Haftungsgründen tabu. Die Grube liefert die Probe, dann verschwindet sie – sauber und sicher.
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Geltende Normen
DIN EN ISO 22475-1:2021, DIN 4023:2006-02, DIN 4124:2012-01, LAGA M20 (Anforderungen an die Verfüllung)
Zugehörige Fachleistungen
Maschinelle Schürfgrube
Einsatz eines Minibaggers für Gruben bis 3,5 m Tiefe auf befahrbarem Gelände. Ideal für die Erkundung von Baugrubensohlen im Sindelfinger Norden.
Handschurf mit Probennahme
Manueller Aufschluss in beengten Verhältnissen, etwa in Gärten am Goldberg. Inklusive Entnahme von Sonderproben aus definierten Tiefen.
Schichtdokumentation nach DIN 4023
Maßstäbliche Zeichnung des Aufschlussprofils mit Eintragung aller Trennflächen, Wasserzutritte und organoleptischer Merkmale.
Laborversuche am gewonnenen Material
Direkte Weiterleitung der Proben an unser akkreditiertes Labor für Korngrößenanalyse, Atterberg-Grenzen oder Proctorversuche.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Sindelfingen?
Eine Handschürfgrube bis 2 m Tiefe mit Dokumentation liegt in Sindelfingen zwischen €400 und €550. Bei maschinellem Aufschluss bis 3,5 m oder bei mehreren Gruben auf einem Grundstück bewegen sich die Kosten zwischen €600 und €790 pro Grube, abhängig vom Zugang und der Aushärte des Keupers.
Brauche ich für jede Baugrube in Sindelfingen eine Schürfgrube?
Nicht zwingend, aber bei verdächtigem Baugrund ist sie die sicherste Methode. Gerade in den Hanglagen mit ausgelaugtem Gipskeuper schreibt der Baugrundgutachter oft mindestens zwei Schürfgruben vor, um die Subrosionsgefahr zu bewerten.
Wie tief graben Sie die Schürfgrube?
Die Normtiefe liegt bei 3,0 m unter GOK, maximal bei 3,5 m. Das reicht in Sindelfingen meist aus, um die Gründungssohle eines Einfamilienhauses zu erreichen. Für tiefere Aufschlüsse kombinieren wir die Grube mit einer Drucksondierung.
Muss die Grube sofort verfüllt werden?
Ja, das ist Vorschrift. Nach der Dokumentation verfüllen wir lagenweise und verdichten mit einem Handstampfer. Eine offene Grube ist eine Unfallgefahr und bei Regen läuft sie voll – das wollen Sie nicht auf Ihrer Baustelle in Sindelfingen.
Können Sie aus der Grube Proben fürs Labor nehmen?
Selbstverständlich. Wir entnehmen gestörte und ungestörte Proben direkt aus der Grubenwand und leiten sie an unser akkreditiertes Labor weiter. So bekommen Sie aus einem Aufschluss sowohl das Profil als auch die Kennwerte.
