Sindelfingen liegt auf einer Höhe von 449 Metern über dem Meeresspiegel, eingebettet in die Keuper- und Muschelkalkformationen des Gäus. Diese geologische Situation führt auf vielen Grundstücken zu einer ungleichmäßigen Verwitterungsfront: kompakter Fels wechselt kleinflächig mit zersetzten Mergelsteinen. Für die Gründung von Hallentragwerken, insbesondere in den Gewerbegebieten um den Daimler-Standort, reichen punktuelle Aufschlüsse selten aus. Die seismische Tomographie liefert ein durchgehendes Geschwindigkeitsmodell des Untergrunds. Sie bildet die Felsoberkante auch dort ab, wo die Verwitterung unregelmäßig in die Tiefe greift. Auftretende Störungszonen im Oberen Muschelkalk, die in Sindelfingen immer wieder zu Setzungsdifferenzen führen, werden im Wellenfeld frühzeitig sichtbar. Kombiniert mit einer CPT-Sondierung lassen sich die seismischen Geschwindigkeiten direkt an Widerstandsprofilen kalibrieren.
Seismische Tomographie wandelt Laufzeiten in ein belastbares Geschwindigkeitsmodell des Untergrunds um – unverzichtbar, wenn der Felshorizont in Sindelfingen ungleichmäßig verwittert.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Ein typischer Fehler in Sindelfingen ist die Annahme, dass eine Rammsondierung allein den Felshorizont sicher abbildet. In Bereichen mit eingelagerten Kalksteinbänken weist die Rammsonde den Fels oft an der falschen Tiefe aus – ein Block im verwitterten Mergel stoppt die Sonde, während darunter noch lockere Zonen folgen. Das führt zu Fehleinschätzungen der Gründungstiefe und später zu Setzungsrissen im aufgehenden Mauerwerk. Ein zweites Risiko entsteht durch nicht erkannte Auslaugungshohlräume im Gipskeuper, die in Sindelfingen vereinzelt unter der quartären Überdeckung liegen. Die seismische Tomographie detektiert diese Zonen als Geschwindigkeitsanomalie, bevor die Baumaschine einbricht. Wer auf diese Erkundung verzichtet, trägt das Restrisiko unvorhersehbarer Mehraufwendungen während des Aushubs.
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Geltende Normen
DIN EN 1997-2 (Eurocode 7): Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, ASTM D5777-18: Standard Guide for Using the Seismic Refraction Method, DGZfP Merkblatt B12: Seismische Tomographie
Zugehörige Fachleistungen
Refraktionstomographie
Mehrkanalige P-Wellen-Refraktion zur Kartierung der Felsoberkante und Verwitterungszone. Inklusive Laufzeit-Picking und iterativer Inversion.
Reflexionsseismik
Hochauflösende Reflexionsprofile für tiefere Diskontinuitäten, Hohlraumdetektion und Schichtgeometrie unterhalb des Refraktors.
Kombinierte Interpretation
Zusammenführung von Seismik, Bohrprofilen und Sondierergebnissen zu einem konsistenten Baugrundmodell nach DIN 4020.
vs-Profil nach EC8
Ableitung des Scherwellengeschwindigkeitsprofils für die Baugrundklassifizierung nach DIN EN 1998-1/NA.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine seismische Tomographie in Sindelfingen?
Die Kosten liegen üblicherweise zwischen 2.620 € und 4.840 €, abhängig von Auslagenlänge, Kanalanzahl und der Frage, ob Refraktion allein oder kombiniert mit Reflexion gemessen wird. Eine genaue Kalkulation erfolgt nach Einsicht in den Lageplan.
Reicht die Refraktionstomographie für die Gründungsplanung?
Für die Abbildung der Felsoberkante und der Verwitterungsmächtigkeit ist sie das Mittel der Wahl. Liegen Hinweise auf tiefere Hohlräume oder Störungszonen vor, ergänzen wir sie durch ein Reflexionsprofil oder eine gezielte Kernbohrung.
Welche Eindringtiefe erreicht die Messung in Sindelfingen?
Bei einer 120-Meter-Auslage und Fallgewicht erreichen wir in den Keuperschichten Sindelfingens zuverlässig 25 Meter Tiefe. Für größere Tiefen setzen wir Reflexionsseismik mit leistungsstärkerer Quelle ein.
