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Sindelfingen, Germany
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Professionelle Injektionsbemessung für den Baugrund in Sindelfingen

Wenn die erste Pumpe anläuft und der Zementleim mit kontrollierten 15 bis 40 bar durch die Manschettenrohre in den Untergrund gepresst wird, zeigt sich, ob die vorausgegangene Injektionsbemessung die Realität des Baugrunds getroffen hat. In Sindelfingen, wo die Topographie vom Glemstal bis zu den Hochflächen des Gäu reicht und der Untergrund von verwitterten Ton- und Mergelsteinen des Lias und Keupers geprägt ist, entscheidet die Qualität des Injektionsdesigns über die Gebrauchstauglichkeit der späteren Gründung. Wir legen jede Injektionsbemessung so aus, dass das Injektionsgut die Hohlräume und Klüfte des Gebirges systematisch füllt, anstatt unkontrolliert in unbekannte Wegsamkeiten abzufließen – ein Risiko, das im klüftigen Keupersandstein der Region stets präsent ist.

Eine präzise Injektionsbemessung erspart Nachinjektionen – im heterogenen Lias-alpha der Sindelfinger Schichtstufenlandschaft ist das mehr Planungsdisziplin als Glückssache.

Methodik und Umfang

Die Planung von Injektionskörpern unterliegt der DIN EN 12715, die in Verbindung mit den Empfehlungen des Arbeitskreises 'Injektionen' der DGGT die zentrale Richtlinie für die Ausführung von Zement- und Feinstbindemittelinjektionen darstellt. Für Bauvorhaben im Raum Sindelfingen ist diese Norm besonders relevant, weil die Wechsellagerung von steifen Tonsteinen und geklüfteten Sandsteinbänken ein stark anisotropes Durchlässigkeitsverhalten erzeugt. Ein Injektionsschema, das in homogenem Kies funktioniert, führt hier zu Fehlmengen oder hydraulischen Kurzschlüssen. Wir ermitteln vorab die Gebirgsdurchlässigkeit über WD-Versuche und passen die rheologischen Eigenschaften der Suspension – Fließgrenze, Viskosität, Sedimentationsstabilität – an die lokale Kluftweite und den erforderlichen Abdichtungsgrad an. Bei sehr feinen Klüften kombinieren wir die Injektionsbemessung mit einem vorlaufenden Sondierprogramm, um die tatsächliche Trennflächengeometrie zu erfassen, bevor das erste Bohrloch verpresst wird.
Professionelle Injektionsbemessung für den Baugrund in Sindelfingen

Lokale Besonderheiten

Die Lage Sindelfingens am Übergang vom Oberen Gäu zum Schönbuch, mit Jahresniederschlägen um 750 mm und periodisch hohen Grundwasserständen in den Auelehmen der Schwippe, macht die Dauerhaftigkeit von Injektionskörpern zu einer kritischen Entwurfsgröße. Ein reiner Zementstein kann in sulfathaltigen Keupermergeln über Jahre hinweg Treibmineralbildung erleiden, wenn die Injektionsbemessung nicht ausdrücklich einen sulfatresistenten Bindemitteltyp vorschreibt. Ebenso gefährlich sind die jahreszeitlichen Quell-Schrumpf-Zyklen in den tonigen Verwitterungsdecken: Ein zu starr ausgelegter Injektionskörper reißt hier oft schon nach zwei Frost-Tau-Wechseln auf. Wir dimensionieren die Injizierkörper deshalb bewusst duktil und sehen bei Bedarf eine Nachverpressung über Doppelpacker vor, um die langfristige Dichtwirkung unter den wechselhaften hydrogeologischen Bedingungen der Region zu sichern.

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Geltende Normen

DIN EN 12715:2020-11 – Injektionen im Baugrund, DGGT – Empfehlungen des AK Injektionen, ZTV-ING, Teil 3, Abschnitt 5 – Injektionen, DIN 4093:2015-11 – Baugrundverbesserung durch Injektionsverfahren

Zugehörige Fachleistungen

01

Injektionsdesign für Abdichtungssohlen

Bemessung von Dichtsohlen mittels gestaffelter Manschettenrohrinjektion zur Unterfangung von Tiefbauwerken in den setzungsempfindlichen Auelehmen des Sindelfinger Stadtgebiets.

02

Verfestigungsinjektionen für Hanganschnitte

Entwicklung von Injektionsrastern zur Stabilisierung von Hanganschnitten entlang der B 464, wo die Hangschuttdecken auf verwittertem Gipskeuper eine hohe Rutschneigung aufweisen.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Injektionsdruck (Manschettenrohr)15 – 60 bar (gestaffelt)
W/Z-Wert der Suspension0,6 – 1,6
Marsh-Viskosität35 – 55 s
Durchlässigkeit nach Injektionk ≤ 10⁻⁶ m/s
Bohrlochabstand (Primär-/Sekundärraster)1,0 – 2,5 m
ZementartCEM I 42,5 R oder CEM III/B
Maximale Absenkung≤ 3 mm/m

Häufige Fragen

Was kostet eine Injektionsbemessung für ein Einfamilienhaus in Sindelfingen?

Die Planungskosten für eine Injektionsbemessung bei einem typischen Einfamilienhausprojekt in Sindelfingen liegen im Bereich von 1.100 € bis 3.860 €, abhängig vom Umfang der erforderlichen Baugrundaufschlüsse und der Komplexität des Injektionsschemas.

Ab welcher Durchlässigkeit des Baugrunds ist eine Injektion in Sindelfingen technisch sinnvoll?

Eine Injektion mit Zementsuspension ist ab einem kf-Wert von etwa 10⁻⁴ m/s wirtschaftlich umsetzbar. Für feinere Porenräume bis 10⁻⁶ m/s, wie sie in den Schluffsteinen des Lias beta vorkommen, setzen wir Feinstbindemittel oder chemische Injektionsmittel ein, deren Eignung wir vorab in Laborversuchen prüfen.

Wie tief müssen die Injektionsbohrungen im Sindelfinger Stadtgebiet normalerweise abgeteuft werden?

Das hängt vom Zielhorizont ab. Für eine Abdichtungssohle unter einer Bodenplatte reichen meist 3 bis 6 Meter bis in den unverwitterten Tonstein. Bei der Unterfangung von Bestandsbauten oder der Abdichtung tiefer Baugruben werden die Bohrungen oft auf 8 bis 15 Meter abgeteuft, um die geklüfteten Sandsteinbänke des Keupers sicher zu erreichen.

Welche Qualitätskontrollen sind bei einer Injektionsbemessung in Sindelfingen vorgeschrieben?

Die Qualitätssicherung erfolgt nach DIN EN 12715 und umfasst die kontinuierliche Registrierung von Druck, Menge und Volumenstrom während der Verpressung. Zusätzlich führen wir vor und nach der Injektion WD-Durchlässigkeitsversuche durch und entnehmen Kernbohrungen, um den tatsächlichen Verfüllgrad der Klüfte zu dokumentieren. Mehr Info.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Sindelfingen und seinem Großraum.

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